TV SPIELFILM



von Kuno Nensel
 

Vor fast elf Monaten haben wir uns bei den Dreharbeiten getroffen. Damals hast Du für den Film höllisch trainiert...

Nach den Dreharbeiten bin ich in Urlaub geflogen, habe drei Wochen unter Palmen gesessen und beschlossen, alt und dick zu werden. Es hat echt gereicht, das war die Grenze. Irgendwann kam der Spaß wieder, aber natürlich kann ich nicht ständig in dem Maß trainieren.

Hat sich die Anstrengung gelohnt?

Das größte Kompliment kam von Freunden, die selbst boxen. Die sagten: "supergeil". Deren Urteil war mir wichtig, danach war ich beruhigt.

Was hast Du Deinem Trainer gesagt, zum Abschied?

Ich glaube, ich habe den eine halbe Stunde in meinen Armen fast zerdrückt. Als ich aus dem Urlaub kam, rief er an: "Hey, ich vermiss’ dich voll. Laß uns einen Kaffee trinken gehen." Mir ging’s genauso.

Gab es eine Reaktion zu Deinem Part von Götz George, der ja den alten Bubi Scholz spielt?

Nach der Premiere in Köln haben wir uns einfach in den Arm genommen, damit war alles gesagt.

Was ist von den Dreharbeiten in Erinnerung geblieben? An glücklichen Momenten und an Momenten, in denen Du am liebsten hingeworfen hättest?

Letztere gab’s natürlich durch die Doppelbelastung Schauspielerei und Boxtraining. Da habe ich schon häufiger gedacht: Scheiße, laßt mich alle in Ruhe, ich will in mein Zimmer und einfach mal zwei Stunden lesen oder nichts tun. Und Höhepunkte waren die Momente, wenn dir nach einem langen Kampf-Dreh der Kranz um den Hals gehängt wird. Obwohl du nicht wirklich Europameister geworden bist.

Wirkt sich "Die Bubi-Scholz-Story" schon auf Deine Karriere aus?

Schwer zu sagen. Fakt ist, daß ich drei Kinofilme hintereinander gedreht habe. Ob die Sachen wegen "Bubi Scholz" kamen, darüber denke ich nicht nach, sondern ich freue mich. Dieses Jahr ist einfach geil.

zur Übersicht