von Werner Hinzpeter
Prügeln sie sich gerne?
Boxen fasziniert mich, seit ich mit zehn Jahren "Rocky" gesehen habe. Damals habe ich mich vorm Spiegel mit imaginären Gegnern gekämpft. Der Sport ist brutal, aber fair und ehrlich.
Dann müssen Ihnen die sechs Wochen Box-Training für "die Bubi-Scholz-Story" viel Spaß gemacht haben?
Der Anfang war deprimierend. Scholz ist Linkshänder, ich bin eigentlich Rechtshänder. Also musste ich die Seiten wechseln. Die ersten zwei Wochen habe ich mich wie ein Krüppel gefühlt
Im Film haben Sie nach einer Choreographie geboxt?
Nur zum Teil. Je später die Nächte wurden, desto heißer wurde auch unser Engagaement. Außerdem sieht es ja auch besser aus, wenn man die Schläge durchzieht.
Gab es verletzte?
Zweimal hatte ich ein blaues Auge, einmaldie Lippen aufgeschlagen. Das lag auch daran, dass der Film möglichst authentisch aussehen sollte. Die Originalhandschuhe aus den Fünfzigern bestanden nur aus altem Leder und reichlich durchgehauenenm Rosshaar. Wirst Du damit getroffen, spürst du sofort die Knöchel, und es knallt richtig im Kopf.
Haben Sie Bubi Scholz gesprochen?
Ich habe ihn in Berlin besucht, das Treffen aber so kurz wie möglich gehalten. Er hatte mehrere Schlaganfälle hinter sich, da wollte ich ihn nicht strapazieren. Aber ich habe Filme über ihn gesehen, seine Autobiographie gelesen und Augenzeugen aus seiner aktiven Zeitgetroffen. Ich wollte so nah wie möglich an das Original herankommen.
Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Jedenfalls steckte ich am Ende der Dreharbeiten tief in der Rolle drin. Danach brauchte ich erstmal eine Auszeit. Ich bin nach Equador geflogen und wollte da drei Monate einfach nur rumstromern.
Um danach rasch in "Candy" mitzuspielen, einer Produktion für die ARD-Reihe "Wilde Herzen"
Das Drehbuch, das man mir nach Südamerika geschickt hatte, und die angekündigte Besetzung haben mir unheimlich Lust auf den Film gemacht. Aber eigentlich wollte ich nicht so schnell wieder vor der Kamera stehen. Die Entscheidung hat mir dann eine Münze abgenommen, die ich auf dem Marktplatz von Equadors Hauptstadt Quito geworfen hatte.
Und plötzlich spielten Sie, wie schon mehrfach und zuletzt als Bubi Scholz, an der Seite von Nicolette Krebitz.
Wir kennen und mögen uns, seit ich 17 bin, weil wir in Berlin gleiche Freunde hatten. Außerdem ist sie ein Riesentalent.
Das neue deutsch Traumpaar?
Abwarten.