BENNO FÜRMANN
>>Als sanfter Wilder bin ich nicht unpassend
beschrieben.<<
In 5 Jahren hat der 24-jährige Berliner
in über 20 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt - das soll dem
Kreuzberger "James Dean" erst mal jemand nachmachen. Benno Fürmann
hat´s geschafft und das, obwohl er nach der zehnten Klasse die Schule
schmiß und sich elternlos eine ganze Weile als Türsteher und
Bauarbeiter durchboxte. Mit 19 begann er in New York an der Lee-Strassberg-Schule
seine Schauspielausbildung. Benno ist von den USA nach wie vor begeistert
und jettet so oft, wie es seine spärliche Freizeit erlaubt, in die
Staaten rüber. Neulich konnte man den coolen Typen in dem RTL-Spielfilm
"und Tschüß in Amerika" bewundern.
Du hast gerade in Deinem Lieblingsland Amerika ein 90-Minuten "und Tschüß" Special abgedreht, wo genau ist das entstanden?
Das ganze wird im November gesendet. Wir haben in Las Vegas und Los Angeles gedreht. Besonders L.A. war mir sehr vertraut, weil ich mich eigentlich ziemlich oft dort aufhalte. Es war sehr schön.
Was reizt Dich an Amerika besonders?
Ich habe immer irgendwie das Gefühl, mich gedanklich zwischen Deutschland und Amerika zu bewegen. Dabei ist es aber nicht so, daß ich so oft rüberfahre, um bei den Leuten aus dem Business an die Tür zu klopfen. Im Vergleich zu Deutschland empfinde ich das Leben in den USA als wesentlich abwechslungsreicher. Die Amerikaner sind in der Regel nicht so introvertiert wie wir deutsche.
Fühlst Du Dich geehrt, von der Presse als eine Art neuer James Dean hochstillisiert zu werden, oder findest Du soetwas als unpassend und lästig?
Diese Vergleiche hinken ebenso wie die, in denen jeder farbige Sänge als neuer Bob Marley gefeiert wird. Ich bewundere die Arbeit von James Dean abgesehen davon sehr, genauso wie Marlon Brando in den jungen Jahren.
Bist Du ein sanfter Wilder oder privat ganz anders?
Als sanfter Wilder bin ich, denke ich, nicht unpassend beschrieben. Ich habe Phasen und Stimmungen, in denen ich sehr sanft aber auch total wild sein kann. Ich höre mir zum Beispiel manchmal Eric Sati und danach die Sex Pistols an. Ich habe beides in mir - hart und weich. Deswegen macht mir die Schauspielerei auch solchen Spaß. Bisher habe ich zwar meistens "toughe" Typen gespielt, aber ich würde auch ganz gerne mal einen Softie spielen. Ich hab´das nämlich auch in mir und möchte das auch ganz gerne zeigen können.
Was machst Du in deiner Freizeit am liebsten, oder ist das Inzwischen ein totales Fremdwort geworden?
Meistens drehe ich tatsächlich, und Reisen nehmen eigentlich den größten Teil meines Privatlebens ein. Gerade in letzter Zeit ist es so, dass ich meistens nach L.A. fliege, wenn ich mal frei hab´. Dort nehme ich dann Unterricht bei einer Schauspielerin. Ansonsten, wenn wirklich nichts zu tun ist, fahre ich am liebsten durchs Land. Ich setze mich einfach in mein Auto und fahre los. Irgendwo komme ich an - vielleicht in Arizona oder so. Ich bin auch gerne allein. ich liebe die Freiheit, die mir Amerika gibt und die Ausstrahlung dieses Landes. Das ist für mich eine wichtige Sache.