BRAVO



Welche Rolle spielst du in der neuen Serie?

Statt des sprücheklopfenden Ruhrpott-Günnis kann man mich als Knallharten Cop erleben, der mit der Knarre in der Hand den Gangstern im Berliner Großstadt-Dschungel das Handwerk legt. Ich spiele an der Seite von Dieter Pfaff alias Sperling den Kommissar Rohde. Wir zwei fahren durch Berlins Großstadtdschungel auf Streife. Wir haben von Juli bis Dezember elf Folgen abgedreht.

Nach "Und Tschüss!" wolltest du doch garnicht mehr in Serien spielen...

Das Stimmt, aber die Rolle eines Cops hat mich gereizt. Der Günni war doch eine sehr extreme Rolle, ziemlich prollig und laut. In Sperling spiele ich einen introvertierten, ja verklemmten und verbissenen Typen. Auch optisch sehe ich ganz anders aus,trage billige Jacketts, bieder Bundfaltenhosen und darf voll berlinern.

Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet?

Eigentlich gar nicht. Du lernst beim Drehen ständig dazu, vorallem wenn man mit so einem bekannten Regiesseur wie Domink Graf zusammenarbeitet, der bei Sperling Regie führt. Ich war Ende des Jahres in den USA und habe in Los Angeles Schauspiel-Workshops belegt. Das zweite "Und Tschüss!"-Spezial soll übrigens auch im Laufe dieses Jahres in den USA gedreht werden. Darauf freue ich mich wahnsinnig.

Du bist ja schon einmal für längere Zeit in den USA gewesen...

Ja, mit 19 Jahren. Ich war neun Monate auf der Lee-Starsberg-Schauspielschule in NewYork. Anschließend bin ich mit einem alten Schrottauto fast zwei Monate lang quer durchs Land gefahren. Zwischendurch hat die Karre ihren Geist aufgegeben, und ich bin bei einer Tankstelle hängen geblieben. Das Jahr in den Staaten war die schönste Zeit meines Lebens. Als ich wieder in Deutschland war, zog ich von einer Stadt in die andere und hielt mich mit Nebenrollen über Wasser. Ich habe sozusagen aus dem Koffer gelebt. Das war eine schöne Erfahrung, aber es war auch eine völlig unruhige Zeit, die mich haltlos gemacht hat. Du hast dich nirgendwo zu Hause gefühlt. Jetzt kann ich es mir hier in Berlin in meinen eigenen vier Wänden richtig gemütlich machen. Wenn ich ein ganz bestimmtes T-Shirt anziehen will, muss ich nicht erst in Koffern und Kisten wühlen, sondern habe alles Griffbereit. Neuerdings koche ich öfter selbst und lade Freunde zum Essen ein.

Hast du früher eigentlich BRAVO gelesen?

Klar, ich habe früher genauso BRAVO gelesen wie jeder andere auch. Jetzt lese ich wieder Bravo, um zu sehen was los ist und was ihr so über mich schreibt (lacht) BRAVO finde ich Klasse. Als ich einmal im Flieger nach Kreta saß, hatten sogar ein paar Kids die BRAVO dabei und baten mich um Autogramme.

Wieviel Fanpost bekommst du so in der Woche?

Etwa hundert Briefe. Ich will mich an dieser Stelle gleich bei allen BRAVO-Lesern bedanken, die mir so viele liebe Briefe geschrieben haben. Es tut mir leid, dass ich nicht alle beantworten konnte. Leider sind meine ersten Autogrammkarten so schlecht geworden, dass ich sie einstampfen lassen musste. Mittlerweile sind neue Karten gedruckt, und ich kann nun alle Zuschriften nach und nach beantworten.

Wirst du auf der Straße erkannt?

Nicht immer, es ist richtig komisch. Es gibt Tage da laufe ich unerkannt durch die Straßen. Aber letztes Jahr war ich auf der Euromeile in Berlin, und wurde von Fans richtig eingekreist. Als mich der Veranstalter beim Bungee-Jumping angesagt hat, gab´s kein Zurück mehr. Die Fans wollten dass ich Springe.

War das dein erster Sprung?

Nein, ich bin schon dreimal gesprungen und dachte eigentlich, dass ich keine Probleme haben würde. Aber ich hatte so eine wahnsinnige  Angst wie beim ersten Mal.

Und? Wie war das Gefühl?

Der Kick bei Springen ist wie der erste Orgasmus. Du tust ja etwas, was dein Körper dir normalerweise niemals erlauben würde.Du überschreitest eine natürlich Hammschwelle. In diesem Moment, wo du abspringst, bleibt dein Herz für den Bruchteil einer Sekunde stehen. Du jagst in die Tiefe und auf einmal setzt das Seil ein. Und wenn Du dann nochmal nach oben und unten schwingst, wünschst du dir, dass es niemals aufhört. Ich hatte wirklich richtige Glücksgefühle bei dem Sprung. Das war eine der allerextremsten Erfahrungen in meinem bisherigen Leben. Als nächstes möchte ich mal Fallschirmspringen.

Warst Du als Jugendlicher auch so abenteuerlustig?

Ja, total. Ich habe mit 16 jahren solch extreme Sachen wie das S-Bahn Surfen ausprobiert - bis ich eines Tages bei voller Fahrt gegen einen Metallpfeiler geknallt bin. Es ist eigentlich ein Wunder das ich überlebt habe. Ich hatte einen Schädelbruch, mein Jochbein war gebrochen. Drei Wochen lag ich nur auf dem Rücken und konnte mich nicht bewegen. Danach durfte ich auch ein Jahr keinen Sport machen, was mir sehr schwerfiel. Aber der Unfall hat mich natürlich wachgerüttelt, so lebensmüde wie damals bin ich nicht mehr.

Deine Mutter starb, als du klein warst, und mit 15 hast du auch noch deinen Vater verloren. Wie bist du mit dieser Situation zurechtgekommen?

Das war eine sehr schwere Zeit. Ich habe versucht, alles zu vergessen. Mir haben meine Eltern, vor allem mein Vater total gefehlt. Mein Vater war immer mein absolutes Vorbild, ich wollte so sein wie er. Hätte ich damals nicht gute Freunde gehabt, die zu mir hielten, wäre ich bestimmt auf die schiefe Bahn geraten. Die haben sich um mich gekümmert. Deswegen nimmt Freundschaft mit den höchsten Stellenwert in meinem Leben ein.

Wen zählst du zu deinen Freunden?

Drei Menschen, und auf die kann ich mich absolut verlassen. Das heißt, wenn morgen die Hölle brennt, werdendie für mich da sein. Der eine lebt in Berlin, die anderen zwei in Bonn und New York.

Wann warst du zum ersten mal verliebt?

Das war mit 13 in der siebten Klasse. Da gab es ein Mädchen, das mich beim Tanzen dauernd angeschaut hat. Damals wusste ich nicht was ich machen sollte, aber diese Blicke haben wahnsinnig stark auf mich gewirkt. Aber es ist nie was draus geworden. Verliebt in einer Beziehung war ich zum ersten Mal mit 16. Mit dem Mädchen habe ich noch heute Kontakt. Ein Jahr später hat es mich dann wieder erwischt, aber die Beziehung hielt nicht lange. Ich glaube ich war nicht mehr richtig verliebt seit ich 17 war.

Aber du hattest doch danach auch Beziehungen?

Ja, natürlich hatte ich danach einige Beziehungen, aber diese intensieven Gefühle wie bei diesen beiden Mädchen hatte ich seitdem nicht mehr. Im nachhinein sind wirlich nur diese zwei Beziehungen in meinem Kopf und Herzen hängengeblieben. Ich muss gestehen, dass ich mich nur schwer verliebe. Ich weiß selbst nicht warum. Dabei stehe ich noch nicht mal auf einen bestimmten Mädchentyp. Das Wichtigste an einer Frau ist, dass ich mich mit ihr auf der gleichen Wellenlänge liege und mit ihr über alles reden kann. Ich warte immer noch auf die große Liebe und weiß genau, dass ich eines Tages die Frau meines Lebens treffen werde.

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