BERLINER MORGENPOST

Arbeit schweißt zusammen
Wie im richtigen Leben: Durch den Film «Freunde» wurden die Schauspieler Christiane Paul, Benno Fürmann und Erdal Yildiz auch zu wirklichen Freunden
Von Peter Zander

 
In ihrem neuesten Film «Freunde» spielen Christiane Paul, Benno Fürmann und Erdal Yildiz alte Freunde, die starke Bande aneinander halten. Wir befragten sie, wie das im wahren Leben mit Freundschaften aussieht.

Ihr seid alle populär geworden - verliert man da alte Freunde?

Benno Fürmann: Das Leben verändert sich. Du gehst einfach einen Teil der Strecke gemeinsam und dann geht jeder seinen Weg. Ich habe noch alte Freunde, aber viele sind es nicht mehr. Dafür sind neue hinzugekommen.

Christiane Paul: Für mich war das ein Zeitproblem. Wir sind in unserem Beruf einfach viel unterwegs; wir haben nicht immer das Glück, wie in «Freunde» in Berlin zu drehen. Und meist sind die Arbeitszeiten so, dass es schon schwer ist, eine Beziehung aufrechtzuerhalten.

Lernt man dann nur noch Leute aus der Branche kennen?

Erdal Yildiz: Man kann Freunde überall finden, auch beim Drehen. Das ist bei uns nicht schwerer als anderswo. Aber auch nicht leichter.

Kanntet Ihr Euch schon vorher?

Yildiz: Nein.

Und seid Ihr Freunde geworden?

Paul: Wir mussten uns zwangsläufig näher kennen lernen, da blieb uns nichts anderes übrig.

Ist es denn einfacher zu drehen, wenn man sich vorher kennt? Oder womöglich noch schwieriger?

Fürmann: Wenn man sich kennt, hat man natürlich eine größere Vertrautheit. Man weiß einfach, wie der andere tickt.

Wie weit darf Freundschaft denn gehen?

Paul: Ich glaube, da gibt es überhaupt keine Grenzen, selbst im kriminellen Bereich.

In Eurem Film wird auch eine deutsch-türkische Freundschaft thematisiert, selten genug im deutschen Film.

Fürmann: Die meisten deutschen Filme sind mir zu einförmig, da fehlt mir was. Wenn ich durch die Straßen laufe, hier in Kreuzberg, dann sehe ich nicht nur blond und blauäugig.

Paul: So blöd das klingt: Bei uns in Ost-Berlin gabs damals einfach keine Türken. Ich habe nie so ein Mit- oder Nebeneinander wie in Kreuzberg gekannt.

Yildiz: Ich bin in Süddeutschland aufgewachsen, auf dem Land. Da ist das anders als in der Großstadt.

Fürmann: Für mich war das eigentlich nie ein Problem. Seit Kindergartentagen waren immer so um die fünfzig Prozent um mich rum nicht deutschstämmig, aber trotzdem deutsch. Deshalb hatte ich nie Probleme mit der Integration.
 

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